
Warum wir unsere Badezimmerheizungen in einer Feuchtigkeitskammer auf die Probe stellen
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind eine Qual für Elektronikgeräte. Es gibt dichten Dampf, Spritzer von Wasser – und außerdem starke Temperaturschwankungen, wenn man aus der heißen Dusche in einen kalten Raum tritt. Das ist die perfekte Voraussetzung für Kurzschlüsse.
Natürlich könnten wir einfach „IPX4“ auf das Gerät schreiben und damit fertig sein. Doch eine Spezifikationsliste sagt nicht aus, ob das Gerät tatsächlich langlebig ist. Deshalb verlassen wir uns nicht nur auf diese Angaben – wir unterziehen jedes einzelne Gerät einer Testung unter feuchter Wärme. Im Grunde versuchen wir, das Gerät dazu zu bringen, kaputtzugehen – aber erst nachdem es bereits in Ihrem Zuhause verwendet wurde.
Was IPX4 bedeutet
Wenn auf einem Gerät „IPX4“ steht, bedeutet das lediglich, dass das Gerät Spritzwasser aus allen Richtungen standhalten kann. Um das zu erreichen, müssen wir um die Infrarotlampe sowie die elektrischen Komponenten herum eine Art „Befestigungssystem“ erschaffen. Wir verwenden spezielle Dichtungen und Harze, um den Dampf draußen zu halten.
Warum? Weil, wenn auch nur ein bisschen Feuchtigkeit durch diese Dichtungen dringt und die Hochspannungsanschlüsse berührt, der Überspannungsschutz ausgelöst wird – oder noch Schlimmeres passiert.
Das Problem mit der Feuchtigkeit
Ein Gerät mag am Anfang zwar gut funktionieren – aber was passiert nach drei Monaten? Die Feuchtigkeit sorgt dafür, dass Materialien sich ausdehnen und zusammenziehen – fast so, als würde das Gerät „atmen“. Im Laufe der Zeit kann dadurch Feuchtigkeit in die internen Verbindungen eindringen.
Um das zu verhindern, simulieren wir mehrere Jahre intensiver Nutzung des Geräts in wenigen Tagen. Wir erhöhen dabei die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit und lassen das Gerät einfach weiterarbeiten. Wir suchen nach Anzeichen von Rost an den Kontakten oder Abnutzung am Quarz. Wenn die Dichtungen auch nur ein bisschen verrutschen, wird das Gerät verworfen – ohne Ausnahme.
Das Gleichgewicht finden
Es gibt jedoch ein Problem: Je besser wir das Gerät vor Wasser schützen, desto schwieriger ist es für die Wärme, nach außen zu entweichen. Es handelt sich dabei um ein gewisses Gleichgewichtsproblem.
Um dieses Problem zu lösen, mussten wir die internen Verbindungen so verbessern, dass sie höheren Temperaturen standhalten können. Zudem haben wir ein Gehäuse entwickelt, das die entstehende Wärme aushalten kann, ohne zu verbiegen oder zu schmelzen.
Es ist viel zusätzliche Arbeit – aber es ist die einzige Möglichkeit, sicherzustellen, dass das Gerät auch in einem stark feuchten Raum weiterhin funktioniert – immer wieder.